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Die Folgekostenversicherung

von Savemade

Die Folgekostenversicherung

Die Folgekostenversicherung ist weder ein allgemeines Versicherungsprodukt, noch bei den gängigen Versicherungsanbietern zu erhalten. Es handelt sich um eine spezielle Versicherungslösung für all die Menschen, welche sich für die Durchführung einer medizinisch nicht indizierten, ästhetischen Behandlung entschieden haben. Die Verarbeitung der Folgekostenversicherung kann nur von einem spezialisierten Fachmakler vorgenommen werden, welcher im Gesundheitswesen etabliert und langjährig erfahren ist. Grund hierfür ist die Tatsache, dass die Entwicklung, Betreuung und Beratung zu dieser Spezialsparte sehr tief in der Gesetzgebung zur medizinischen Behandlung verankert ist.

Alle medizinisch nicht indizierte, ästhetische Behandlungen (wie zum Beispiel Brustvergrößerungen, Faceliftings, Fettabsaugungen oder Nasenkorrekturen) fallen unter die besonderen, seit 2006 geltenden Regelungen des § 52 Absatz 2 des fünften Sozialgesetzbuches (SGV V), welcher Folgendes beinhaltet:

§ 52 Leistungsbeschränkung bei Selbstverschulden
(1) Haben sich Versicherte eine Krankheit vorsätzlich oder bei einem von ihnen begangenen Verbrechen oder vorsätzlichen Vergehen zugezogen, kann die Krankenkasse sie an den Kosten der Leistungen in angemessener Höhe beteiligen und das Krankengeld ganz oder teilweise für die Dauer dieser Krankheit versagen und zurückfordern.
(2) Haben sich Versicherte eine Krankheit durch eine medizinisch nicht indizierte ästhetische Operation, eine Tätowierung oder ein Piercing zugezogen, hat die Krankenkasse die Versicherten in angemessener Höhe an den Kosten zu beteiligen und das Krankengeld für die Dauer dieser Behandlung ganz oder teilweise zu versagen oder zurückzufordern.

www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__52.html

Gesetzliche Regelung

Diese gesetzliche Regelung soll die übrige Versichertengemeinschaft der Krankenversicherungen schützen und all diejenigen Versicherten nicht an den Leistungsverpflichtungen der Versicherungsgesellschaft beteiligen, welche eben nicht durch eigenes Veranlassen dazu beigetragen haben, dass eine Krankheit eintritt, welche behandelt werden muss. Der Gesetzgeber sagt daher, dass alle Versicherten, welche eine Krankheit durch Selbstverschulden herbeigeführt haben, selbst für die Kosten der medizinischen Versorgung aufkommen müssen und auch das Krankengeld verweigert werden kann.

Entscheidet sich ein Versicherter, eine medizinisch nicht indizierte, ästhetische Behandlung oder Behandlungen vornehmen zu lassen, kann trotz aller Sorgfalt und medizinischer Expertise leider nie vollkommen ausgeschlossen werden, dass infolge dieser Behandlung eine Komplikation, eine Krankheit eintritt. Diese Komplikation ist als Folge der medizinisch nicht indizierten, ästhetischen Behandlung unter dem Begriff „Selbstverschulden“ einzustufen und nach den Regelungen des zweiten Absatzes des § 52 fünftes Sozialgesetzbuch zu bewerten. Werden demnach weitere Behandlungskosten aufgewendet, um die eingetretene Komplikation, Krankheit medizinisch zu versorgen, hat der Krankenversicherer den Versicherten an den angefallenen Kosten in angemessener Höhe zu beteiligen. Auch das Krankengeld hat der Krankenversicherer für diese Zeit ganz oder teilweise zu versagen bzw. zurückzufordern.

Ästhetische Korrekturmaßnahmen

Der Wunsch nach einer medizinisch nicht indizierten, ästhetischen Korrekturmaßnahme kann somit schnell zu einer finanziellen Mehrbelastung führen, welche im Vorwege der Behandlung nicht eingeplant war und insbesondere dann zur großen Hürde wird, wenn bereits die Behandlungskosten für die Erstbehandlung mühevoll erspart oder auch finanziert wurden. Insbesondere die Tatsache, dass es sich um Komplikationen handelt, welche eben nicht auf eine fehlerhafte Behandlung des behandelnden Arztes zurückzuführen sind, macht deutlich, dass sich die Folgekostenversicherung auf den Patienten bezieht, was durch die Form der Krankenversicherung nochmals deutlich gemacht wird. Der behandelnde Arzt muss sich im Rahmen seiner ärztlichen Behandlung nicht zwangsläufig für schicksalhafte Komplikationen verantworten, da dieser persönlich ausschließlich für all die Behandlungsfolgen einzustehen hat, welche durch eine fehlerhafte Behandlung eingetreten sind, da die Behandlung nicht dem fachärztlichen Standard entsprochen hat.Bei einer schicksalhaften Komplikation ist dies nicht der Fall.

Patientenrechtegesetz

Im Rahmen des sogenannten Patientenrechtegesetzes (Gesetz zur Stärkung der Patientenrechte) wurde insbesondere das bürgerliche Gesetzbuch (BGB) um die die §§ 630a-h BGB ergänzt. Inhaltlich wurden in diesem Zusammenhang nur geringfügige Neuerungen festgehalten, dennoch aber insbesondere die Patientenaufklärung und die Dokumentation der Patientenaufklärung verdeutlicht, inhaltlich ergänzt und einer anderen Gewichtung unterzogen. Die Aufklärung des Patienten zählt nunmehr seit Februar 2013 zu den Hauptpflichten des Behandlungsvertrages zwischen dem behandelnden Arzt und dem Patienten. Eine mangelnde Aufklärung führt somit bereits zu einer Verletzung des geschlossenen Vertrages, unabhängig vom Ergebnis.

Die Aufklärung bezieht sich nicht ausschließlich auf medizinische Belange, wenn diese auch dennoch den Großteil der Aufklärung ausmachen müssen. Inhaltlich muss der Patient auch darüber informiert werden, welche weiteren wesentlichen Umstände für die Entscheidung des Patienten in die Einwilligung in die Behandlung relevant sein können. Warum? Der Patient muss zwingend in die ärztliche Behandlung einwilligen, da nur mit wirksamer Einwilligung eine Behandlung des Patienten, insbesondere bei medizinisch nicht indizierten Behandlungen, vorgenommen werden darf. Wesentlich und entscheidend für den Patienten und die Einwilligung ist insbesondere auch die wirtschaftliche Komponente, welche die Tatsache der Behandlungskosten im Zusammenhang mit der Rechnungshöhe, dem Steigerungssatz nach GOÄ für die Erstbehandlung beinhaltet und in der Regel darauf hinweisen muss, dass die Kostenübernahme nicht durch die Krankenversicherung erfolgt. Die wirtschaftliche Aufklärung muss aber auch darauf abgestellt sein, dass mögliche Komplikationen weitere Kosten auslösen, welche vom Patienten selbst zu entrichten sind. Natürlich richtet sich der Umfang der Aufklärung nach dem Umfang der Behandlung.

Daher ist insbesondere im Bereich der wirtschaftlichen Folgerisiken vom Patienten die Eigeninitiative gefragt, denn schicksalhafte Komplikationen können leider immer eintreten, egal wie klein oder umfangreich die medizinische Behandlung ist. Die Gesundheitsrisiken stammen größtenteils vom Patienten und stehen in Abhängigkeit zum Körper und werden durch viele äußere und innere Einflussfaktoren mitbestimmt.

Folgekostenversicherungen gewinnen zunehmend an Bedeutung

Die Folgekostenversicherung gewinnt zunehmend an Bedeutung und wird in vielen Bereichen bereits als notwendig angesehen, um sicherstellen zu können, dass drohende Folgekosten sicher finanziert werden können. Da die Eintrittswahrscheinlichkeit einer Komplikation leider sehr ungewiss und sehr schlecht absehbar ist, empfehlen wir jedem Patienten, ohne eine Folgekostenversicherung, keine medizinisch nicht indizierte, ästhetische Behandlung durchzuführen zu lassen. Es kann nicht sicher gesagt werden, wie hoch das Komplikationsrisiko bzw. wie hoch das Kostenrisiko ist, da dies zwangsläufig von den individuellen Einflussfaktoren abhängig ist. Dennoch kann eine kleine Komplikation an der Narbe als Folge der Behandlung bereits schnell 250-600 EUR Kosten auslösen, was im Verhältnis zu den Behandlungskosten 5-10% ausmachen. Die Folgekostenversicherung beginnt bereits bei 69 EUR einmalig und stellt damit nur einen kleinen Bruchteil der Behandlungskosten dar.